Hallo Cornelia,
das sieht nach guter Stimmung bei euch aus – das Wetter war ja aber auch wirklich sehr passend dazu.
Ich hatte gegen elf Uhr begonnen, die Linien des Labyrinths auf der Fläche vor der Martin-Luther-Kirche zu zeichnen, der Sand war durchgesiebt, die kleinen Gießkannen standen zum Ausstreuen des Sandes bereit, ich hatte Zuckerspender mitgenommen, falls Kinder vorbei kommen und mitmachen wollen. Dann kam auch schon Annett von unserer „Trommelgruppe Ziegenfell“ und half mir beim Ausbringen des Sandes… schon bei dieser Arbeit ist es immer wieder interessant, wie Vorbeikommende auf das Labyrinth reagieren, welche Gespräche sich ergeben oder ob sie schnell vorbeieilen, bei dieser ungewöhnlichen Aktivität auf dem sonst ungenutzten Platz. Interessiert sind meist die Touristen des Lausitzer Seenlandes, leider selten die Einheimischen, auch kein Ortsvorsteher, Bürgermeister, Politiker o.a. kam vorbei. Wir hatten viele Einladungen verschickt, denn es geht ja beim World Labyrinth Day um das respektvolle und friedliche Miteinander. Ja, ich kenne die Absagenphrasen zur Genüge – wenn denn überhaupt eine Antwort kommt. Aber die, die da waren, bei denen hat das Labyrinth, der Gang hindurch etwas bewegt – Annett hat die Zungentrommel dazu gespielt und so waren wir ganz in diesem besonderen Raum voll Klang und Ruhe, ganz nah bei sich ein jeder. Manchmal denke ich, das ist es wovor sich die Menschen „fürchten“ – die Antwort auf die Frage nach dem Selbst. Die Turmuhr gibt uns die Zeit an, die Vibrationen der Trommel umfließen uns, der Straßenlärm rückt weit weg, die Schritte knirschen auf dem Schotter zwischen den Sandlinien. In der Mitte kann man einer Muschelschale eine Perle entnehmen und sie nach dem Verlassen des Labyrinths auf ein Band fädeln und um den Hals oder das Handgelenk tragen ~ als Erinnerung an diese Momente des 2.Mai 2026, an dem auf der ganzen Welt Menschen sich im Friedensgedanken (durch den Ariadnefaden 😉 verbinden
Das Foto (ohne untere Bild- und Textleiste) habe ich gerade nach New York geschickt, damit auch der winzige Ort Brieske in der Lausitz in der Fotoshow des Weltlabyrinthtages 2026 dabei ist.
Vielen Dank für deine Post
Mit Grüßen nach Zürich
Yana








